In der Zwischenzeit
Dienstag, 3. April 2012
mifasola | 03. April 12 | Topic 'Tagesfreizeit'
So langsam wird alles noch offizieller – seit gestern sind wir nicht mehr nur Eigentümer des Hauses, sondern auch die Besitzer. Sprich: Wir haben alle Schlüssel und die Handwerker an die Arbeit geschickt. Derweil fahren die Gefühle Achterbahn. Manchmal ist mir flau und ich träume vom Umsturz der über 100 Jahre alten Eiche (wahlweise aufs Dach oder, mit dem Wurzelballen das halbe Haus mit sich reißend, in den Garten), Wasserfluten im Keller, Myzelgewucher allüberall, durchschmorenden E-Leitungen und hundehassenden oder sonstwie nervtötenden Nachbarn. Manchmal habe ich einen Glücksschub und kann es kaum abwarten, endlich mit allem Krims und Krams umzusiedeln. Und in der restlichen Zeit finde ich das alles einfach nur aufregend. Heißt: Essen, schlafen und arbeiten kommen eher zu kurz.



Nicht zu kurz kommen Entdeckungen. Beispielsweise haben wir keine zwei Kellerfenster, sondern drei – das dritte war vor dem Auszug der Bewohner nicht zu sehen. An der Wand bröselt außerdem der Putz. Dabei zeigt der Feuchtigkeitsmesser nichts Beunruhigendes. Abwarten.
Neues auch im Garten. Der Zaun zum Nachbarn ist doch unser Zaun und ziemlich windschief. Ich werde in den nächsten Tagen mit ein paar Kabelbindern erste Hilfe leisten, aber das bringt uns maximal durch den ersten Sommer. Der vermeintliche Apfelbaum ist ein Kirschbaum, die vermeintliche Hainbuchenhecke eine Bauernjasminhecke. In einer Ecke stehen als Teil der Hecke grüngelbe Lebensbäume – bei den bisherigen Besichtigungen, ich schwöre, standen die hässlichen Dinger noch nicht da habe ich irgendwie übersehen. Alternativen muss ich wahrscheinlich mit dem Denkmalschutz besprechen, weil es die Außengrenze des Grundstücks ist und die Grünflächen teilweise auch Ensembleschutz haben. Der riesige Kirschlorbeer, der eine andere Ecke so arg düster macht, steht doch nicht auf Nachbars Scholle, sondern bei uns und auf einer inneren Grenze. Dem kann ich also demnächst zu Leibe rücken. Ansonsten gibt es jede Menge Lavendel (schön) und jede Menge Rhododendren (nicht schön). Und an der Haustür eine Kletterrose, die wahrscheinlich geschnitten werden müsste jetzt im Frühjahr – hab ich nur noch nie gemacht, sowas, aber die sollen ja zäh sein...

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Donnerstag, 23. Februar 2012
mifasola | 23. Februar 12 | Topic 'Tagesfreizeit'
Schon interessant, mit welchen Anliegen man am Hause mifasola so anklopfen kann. Aber bitte, nur herein. Ich bin ja in der Zwischenzeit ohnehin für alles mögliche und unmögliche zuständig. Maler. Dielenbodenabschleifer. Möbelschreiner. Restmobiliarkäufer. Hausverwalter. Nachmieter. Umzugsunternehmer. Entsorger. Versorger. Telekommunizierer. Nochhausbesitzer. Notar. Banken. Grundbuchamt. Steuerbehörden. Versicherungsleute. Synchronisation der Kalender aller relevanten Beteiligten für die kommenden 80 Tage. Orga Familienfeier I und II. Im Geschwisterauftrag zudem Orga des Geschenks für Familienfeier II. Medikation, vitaminreiche Verpflegung und Übernahme aller Haushalts- und Hundepflichten angesichts des beinah tödlichen LaLag-Männerschnupfens eines leicht unpässlichen Hausherrn. Mehrstündige telefonische Beratungen für elterliche Computerprobleme und die frisch getrennte beste Freundin.
Delegieren ist da schwierig, also: Wat mutt dat mutt. Umsatz mutt auch, aber das geht glücklicherweise auch mal außerhalb der Bürozeiten. Außerdem fahre ich in den kommenden drei Tagen 20 Stunden Bahn, das macht zweieinhalb Tage meditativ schuckelnde Kreativzelle.
Was will ich mehr.

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Donnerstag, 9. Februar 2012
mifasola | 09. Februar 12 | Topic 'Snail mail'
Wenn auch sonst gerade die Zeit stillzustehen scheint und der tägliche Broterwerb mehr zähem Sirup gleicht als munterem Fluss: Das Projekt Farbe im Briefkasten beziehungsweise Sonne im Winter nimmt Formen an.

Von Diana aus Portugal, die noch nie Schnee erlebt hat.

Thanks to Postcrossing

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... ach, damals